Gehaltvoller Festakt zum 100jährigen Jubiläum des TSV Kleinvillars: Sportliches Aushängeschild der Fauststadt

Mit einem gehaltvollen Festakt im voll besetzten Festsaal des Steinhauses in Knittlingen feierte der Turn- und Sportverein Kleinvillars am Montagabend den offiziellen Teil seines 100jährigen Vereinsjubiläums. Mit-Vorsitzender Marco Glöckler stellte bei seiner Begrüßung der Gäste fest, dass die Feier auf den Tag genau „stolze 100 Jahre“ nach der Vereinsgründung stattfinde. Für ihn sei es „kaum fassbar“, dass eine Dorfgemeinschaft mit nicht einmal 500 Einwohnern einen „derart stabilen Verein mit 160 Mitgliedern über eine so lange Zeit in seinen Mauern haben kann“. Grundlagen für den erfolgreichen TSV Kleinvillars seien stets „die Gemeinschaft und die Kameradschaft“ und natürlich auch immer genügend ehrenamtliche Helfer und Freunde, „die jedes Jahr ihre Unterstützung anbieten“. Ohne diese wären der Verein und auch das Jubiläumsjahr mit seinen Veranstaltungen (wir haben jeweils darüber berichtet) nicht denkbar. Stolz sei der Verein auch auf seine Jugendarbeit, „die Kinder an unserem Vereinsleben teilnehmen zu lassen und diesen auch eine Alternative zu den „Social Networks“ zu bieten“. Marco Glöckler bedankte sich deshalb bei allen Mitgliedern, Helfern, Freunden und Sponsoren für deren tatkräftige Unterstützung. Roland Suedes erinnerte in seinem überaus kurzweiligen und mit historischen Fotos untermalten Vortrag an die bewegte Vereinsgeschichte und die großen sportlichen Erfolge des einzigen Kleinvillarser Vereins. Gleichzeitig überbrachte er auch die Grüße und Glückwünsche der Evangelischen Kirchengemeinde und bedankte sich für die stets gute Zusammenarbeit.

Die Glückwünsche des Enzkreises verband Enzkreis-Landrat Karl Röckinger mit der Überreichung eines Kuverts, „zumal außergewöhnliche Jubiläen auch außerordentliche Ausgaben mit sich bringen“. Er wünsche dem TSV auch in Zukunft „eine hohe Treffsicherheit und eine gute Schlagkraft, bleiben Sie einfach tapfer am Ball“. „Denn wenn sich in Kleinvillars vier Leute treffen“, so Röckinger, „spielt statistisch gesehen mindestens einer davon Faustball“. Deshalb sei die Behauptung „Faustball bewegt Kleinvillars“ fast noch untertrieben. Doch diese Sportart habe das Dorf mit seinen rund 500 Einwohnern sogar überregional bekannt gemacht. Der Verein präsentierte sich dank des großen Engagements seiner Mitglieder nach wie vor leistungsstark und lebendig und biete den Menschen, die hier leben, einen hohen und vor allem auch sinnvollen Freizeitwert.  

Bürgermeister Heinz-Peter Hopp, der im Namen der Stadt Knittlingen mit einer „größeren Jubiläumsgabe“ gratulierte, stellte in seinem Grußwort fest, dass der TSV Kleinvillars seit 1912 „in unserer Fauststadt fest verwurzelt und für viele seiner Mitglieder zu einer zweiten Familie geworden ist“. Dass die Stadt Knittlingen schon seit vielen Jahrzehnten zu den Faustball-Hochburgen im deutschen Südwesten zähle, verdanke man insbesondere auch dem TSV Kleinvillars, der als reiner Faustball-Club weit über die Region hinaus Akzente setze. Hopp lobte ebenso die zahlreichen sportlichen Erfolge der Faustballer wie auch den Einsatz des Vereins bei vielen geselligen Veranstaltungen. Mit seiner hervorragenden Jugendarbeit habe der TSV Kleinvillars auch die grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen.  

Eine Reihe von Gastgeschenken unter anderem vom Deutschen und vom Schwäbischen Turnerbund hatte auch Gunter Bretschneider, der Vorsitzende des Turngaues Neckar-Enz im Handgepäck. Der bei der Gründung vor 100 Jahren zugrunde liegende Leitgedanke „Turnen und Sport dient dem Körper, fördert die Gesundheit, formt den Charakter und bringt Freude im Kreis gleichgesinnter Kameraden“ gelte für den TSV Kleinvillars auch heute noch. Als wohl Dienst ältester Funktionär erinnere er sich gerne an seine ersten Besuche in den 50er bis 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, „bei denen die Faustballspieler aus Kleinvillars auf dem Spielfeld gefürchtete Gegner waren“.
Umrahmt wurden Grußworte und Chronik von Jürgen Braun auf seinem Keyboard sowie der Knittlinger Schauspielgruppe „Laterna Mystica“, die in zwei mit viel Beifall bedachten Auftritten historische Begebenheiten beim TSV Kleinvillars in Wort und Bild in gelungener Weise aufleben ließen und dennoch keine Antwort darauf fanden, warum das zehnjährige Vereinsjubiläum bereits im Jahre 1921 gefeiert wurde.